Ihre ambulante Operation im MVZ Wiesbaden

Ihnen wurde aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung ein operativer Eingriff empfohlen. Zahlreiche Eingriffe können ambulant durchgeführt werden. Bei der Entscheidung darüber, ob eine Operation ambulant möglich erfolgt, muss zwischen medizinischer Vorgaben und individuellen Gegebenheiten abgewogen werden.

Eine ambulante Operation steht an

Für eine ambulante Operation müssen alle notwendigen Vorbereitungen im Vorfeld im Rahmen Ihrer Vorstellung in der Praxis oder nach Terminvereinbarung ambulant in unserem Haus erfolgen, damit am Tag der Operation ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist.

Für Ihre Operation benötigen wir Ihr schriftliches Einverständnis zu dem Eingriff. Dieses Aufklärungsgespräch findet bereits am Tag der Operationsplanung durch den Operateur statt. Wir erläutern Ihnen stets möglichst umfangreich, welches operative Vorgehen/ Verfahren bei Ihnen zur Anwendung kommen soll. Es ist dabei jedoch zu beachten, dass in Einzelfällen letztlich erst intraoperativ entschieden werden kann, welches Verfahren in Ihrem Fall zum Einsatz kommt. Deshalb kann es vorkommen, dass Ihnen der Arzt im Aufklärungsgespräch zwar ein favorisiertes Verfahren erläutert, jedoch auch übliche Alternativmethoden oder evtl. anstehende Ergänzungseingriffe nennt.

Ebenfalls im Vorfeld findet das Gespräch mit dem Narkosearzt statt. Er wird mit Ihnen die Vor- und Nachteile möglicher Narkoseformen besprechen und Ihnen ein Verfahren empfehlen. Spätestens zu diesem Termin sollten Sie eine Liste Ihrer regelmäßig eingenommenen Medikamente mit den Dosierungen mitbringen. Sollten Wirkstoffe dabei sein, welche sich unter Umständen nachteilig auf die Operation auswirken, müssen diese ggf. eine bestimmte Zeit zuvor abgesetzt werden. Ob ein Alternativpräparat notwendig ist, werden wir und ggf. auch Ihr Hausarzt mit Ihnen besprechen. Zu Wirkstoffen, welche auf jeden Fall vor einer Operation ersetzt oder abgesetzt werden müssen, gehören z.B. blutverdünnende Wirkstoffe wie Marcumar, Eliquis, Xarelto, Lixiana, Acetylsalicylsäure (enthalten in z.B. ASS, Aspirin, Thomapyrin), Clopidogrel (enthalten z.B. in Plavix, Iscover), Aggrenox, mitunter auch blutzuckerregulierende Stoffe wie Metformin….

Notwendige Befunde / Untersuchungen

Ebenfalls zu diesem Termin sollten Sie die Befunde der notwendigen Voruntersuchungen mitbringen. Mitunter benötigen wir Laborwerte und ein Ruhe-EKG im Original.  Bei kleineren Eingriffen und/oder gesunden Patienten kann darauf oftmals auch verzichtet werden. Ihr Hausarzt wird auf unsere Veranlassung entsprechende Untersuchungen anordnen.

Am Abend vor der Operation können Sie uneingeschränkt essen und trinken. Ab 24 Uhr sollten Sie dann jedoch nüchtern bleiben. Zur Nüchternheit gehören ebenso wie Nahrungs- und Getränkeverzicht auch der Verzicht auf Zigaretten und Kaugummis/ Bonbons. Bitte halten Sie im eigenen Interesse diese Vorgaben ein, um eine Gefährdung Ihrer Gesundheit zu vermeiden.

Vor Durchführung einer Operation erfolgt die sorgfältige Desinfektion zur Herstellung eines sterilen OP-Feldes. Sie sollten durch entsprechende hygienische Maßnahmen dazu beitragen, die Voraussetzungen für eine sichere Operation zu optimieren und so Infektionen zu vermeiden. Hierzu gehören saubere, gekürzte und gepflegte Nägel und eine intakte Haut. Künstliche Fingernägel und Nagellack sowie Piercings sind vor einer geplanten Operation zu entfernen. Auf die Verwendung von Hautcremes und -lotionen sollten Sie am Tag der Operation verzichten. Bitte verzichten Sie im eigenen Interesse auf teuren Schmuck oder sonstige Wertsachen. Zur Operation muss sämtlicher Schmuck abgelegt werden.

Hilfsmittel

Ihr Operateur wird Sie im Vorfeld darüber aufklären, ob, und für welchen Zeitraum Sie Hilfsmittel nach der Operation benötigen und Ihnen die entsprechende Verordnung mitgeben. Diese können Sie sich bei einem Orthopädietechniker/ Sanitätshaus Ihrer Wahl besorgen.

Nach der Operation

Für die erste Zeit unmittelbar nach der Operation ist eine intensive Überwachung des Herz-Kreislauf-Systems und der Atmung notwendig, weshalb Ihre Betreuung postoperativ zunächst im Aufwachraum erfolgt. Sobald sich Ihr Kreislauf stabilisiert hat, werden Sie mobilisiert.  Bereits einige Zeit nach der Narkose können Sie nach Rücksprache mit dem Pflegepersonal vorsichtig beginnen zu trinken, und wenn Sie dies gut vertragen, auch bald etwas essen.

Schmerzen

Patienten müssen sich heute nicht mehr damit abfinden, dass nach einer Operation zwangsläufig starke Schmerzen auftreten. Wir sorgen bei all unseren Patienten dafür, dass sie möglichst wenig Schmerzen empfinden und nach der Operation regelmäßig Schmerzmittel bekommen. Ihr Operateur wird Ihnen entsprechende Schmerzmittel verordnen.

Hochlagerung/ Kühlung

Für eine komplikationsarme Heilung ist es wichtig, die betroffene Körperregion nach der Operation hoch zu lagern. Das Pflegepersonal wird Ihnen entsprechende Hilfsmittel (Kissen/ Schienen) zur Verfügung stellen und Ihnen zeigen, wie Sie auch zu Hause Ihren Arm oder Ihr Bein am besten lagern. Eine Konsequente Hochlagerung trägt zur raschen Abschwellung, komplikationslosen Heilung und zum zügigem Schmerzrückgang bei.

Bitte vermeiden Sie im eigenen Interesse am Operationstag und in den ersten Tagen danach lange Phasen, in denen die Hochlagerung nicht gewährleistet ist. Sitzen in einem Rollstuhl, selbst mit erhöhtem Bein, ist keine Hochlagerung! Gleiches gilt für das Tragen einer Armschlinge. Hier sollten Sie sich im eigenen Interesse an einer raschen Genesung an die Empfehlung des Operateurs halten.

Entlassung

Sobald sich Ihr Kreislauf erholt hat, Sie die ersten Gehversuche mit den Krankenpflegerinnen/ Krankengymnasten erfolgreich durchgeführt haben und ein moderates Schmerzniveau erreicht ist, steht einer Entlassung vom ambulanten Stützpunkt nichts mehr im Wege. Es erfolgen Entlassungsvisiten vom Operateur/ Assistenzarzt und des Narkosearztes.

Zu Hause

Zu Hause sollten Sie sich weiterhin ausruhen und die operierte Extremität entsprechend unserer Empfehlung lagern. Bei Bedarf nehmen Sie die von uns verordneten Schmerzmedikamente ein. Außerdem kann eine regelmäßige Kühlung des Operationsgebietes zur Schmerzlinderung und Abschwellung beitragen. Achten Sie jedoch darauf, dass entsprechende Eisbeutel/ Kühlakkus niemals direkten Kontakt zur Haut haben und stets in einen Kissenbezug oder ein Handtuch eingewickelt sind. Wählen Sie die Kühlepisoden nicht zu lang und gönnen Sie Ihrer Haut Erholungspausen, denn auch zu viel Kälte kann wie zu viel Hitze zu Hautschädigungen führen.

Sorgen Sie dafür, dass Sie am Tag der Operation und in der ersten Nacht nicht allein sind.

Notfall

Im Falle von unerträglichen Schmerzen, Fieber, durchgeblutetem Verband oder anderen unerwarteten Zwischenfällen können Sie uns tagsüber in der Praxis und sonst über unseren ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen: (0611-94926200)

Thromboseprophylaxe

Eine Beinvenenthrombose ist eine gefürchtete Komplikation nach Verletzungen und Operationen, welche zu bleibenden Folgeschäden und sogar zu lebensgefährlichen Komplikationen führen kann. Sollte eine medikamentöse Thromboseprophylaxe in Form von Heparinspritzen nötig sein, wird Sie Ihr Operateur entsprechend darüber und über die voraussichtliche Dauer dieser Maßnahme informieren. Sie erhalten dann bei Entlassung ein entsprechendes Rezept.

Nachbehandlung

Bei der Entlassung werden Ihnen mit dem Kurzarztbrief ebenfalls ambulante Wiedervorstellungstermine in unserer Praxis zu entsprechenden Kontrollen ggf. Drainagenentfernung, Verbandswechsel oder Fadenzug mitgeteilt. In Absprache mit dem Operateur können diese Maßnahmen auch vom Hausarzt oder beim heimatnahen chirurgischen Kollegen durchgeführt werden.

Krankengymnastik / Lymphdrainage

Sollte direkt eine spezielle Krankengymnastik oder Lymphdrainage notwendig werden, erhalten Sie die Verordnungen bei der Entlassung. Je nach Operation wird hiermit aber auch erst 4 bis 6 Wochen nach der Operation begonnen, dann stellen wir Ihnen die Rezepte im Rahmen des Kontrolltermines aus.