ESWT (Extrakorporalle Stoßwellentherapie)

Alleine in Deutschland leiden jährlich mindestens 50.000 Menschen an chronischen Schmerzzuständen, verursacht durch den sogenannten Tennis- oder Golferarm, den Fersensporn oder durch Verkalkungen der Schulter ausgelöst. Dabei sind chronische Verläufe mit jahrelang dauernden Ruhe- und Bewegungsschmerzen keine Seltenheit. Kennzeichnend sind dabei ein Nichtansprechen auf konservative Maßnahmen und Zurückhaltung gegenüber operativen Eingriffen.

Die extrakorporale Stoßwellentherapie dient zur Behandlung von chronischen und punktförmigen Schmerzen, vornehmlich im Knochen-Sehnen-Übergangsbereich und im Muskelansatz:

  • Kalkschulter, Tennis-/Golferellenbogen, Fersensporn
  • Achillessehnenbeschwerden
  • chronische Entzündungen der Sehnenansätze am Schultergelenk
  • Schleimbeutelentzündung/Sehnenansatzentzündung am Hüftknochen
  • Belastungschmerz an der Schienbeinkante
  • Entzündung an der Kniescheibenspitze
  • Knochendurchblutungsstörungen/Nekrosen
  • Falschgelenke (Pseudarthrosen)
  • Fersensporn/Plantarfaszitis !!! Wichtig seit Januar 2019 Leistung der gesetzlichen Krankenkasse – keine Zuzahlung

Als nicht invasives Verfahren (keine Verletzung der Haut) stellt die extrakorporale Stoßwellentherapie hier eine Behandlungsalternative zu operativen Eingriffen dar. Mit ihr gelingt es in 60-85%, je nach Art der Beschwerden, die Schmerzen der Patienten zu lindern oder ganz zu beseitigen. Damit würden Operationen, Narkosen und Krankenhausaufenthalte überflüssig; außerdem kommt es zu keiner Hautverletzung.

Das Therapiegerät erzeugt auf piezoelektrischem Weg außerhalb des Körpers (extrakorporal) Schallwellen hoher Energie. Diese werden über Wasserkissen an den Körper angekoppelt, indem der Schallkopf unter fachorthopädischer Ultraschallüberwachung über das Behandlungsgebiet gebracht wird.

Der Patient fühlt kurze Impulse und unterstützt den Orthopäden die Stoßwelle an den Punkt der höchsten Schmerzempfindung zu dirigieren. Die fokussierte Stoßwellentherapie erhöht die Stoffwechselaktivität im erkrankten Gebiet und regt so die Selbstheilungskräfte des Körpers an.

Die patientenfreundliche Behandlung wird ambulant durchgeführt, ist schonend und dauert ca. 15 Minuten. Die Arbeits- und Sportfähigkeit sind in der Regel am selben oder folgenden Tag gewährleistet. Die Behandlung erfolgt ein- bis viermal im Abstand von jeweils einer bis zwei Wochen.

Die Vorteile der extrakorporalen Stoßwellentherapie gegenüber anderen konservativen Verfahren sind:

  • keine Allergiegefahr
  • keine Vorbereitung – oder Überwachung des Patienten erforderlich
  • nur ambulante Behandlung
  • die Behandlung ist schnell und besonders schonend
  • nur 1- 4 Therapieeinheiten sind notwendig
  • nach ca 10 Tagen schon deutliche Schmerzlinderung spürbar.

Wie bei allen IGEL Leistungen kann sie jeder Patient in Anspruch nehmen, muss sie jedoch privat bezahlen. Die privaten Krankenkassen erstatten die Kosten in der Regel; Beihilfestellen gelegentlich auf Antrag.

In Amerika ist die ESWT zur Behandlung durch die FDA (Food & Drug-Administration) zugelassen worden – und viele Kollegen dort sind der Auffassung, dass das Nichtanbieten einer extrakorporalen Stoßwellentherapie als Kunstfehler gewertetet werden muss, wenn bei einem operativen Eingriff Komplikationen auftreten und der Patient nicht über die alternative Behandlungsmöglichkeit Stoßwellentherapie/ESWT informiert war.

ZUR INFORMATION :

BESCHLUSS des Bewertungsausschusses nach § 87 Abs. 1 Satz 1 SGB V in seiner 430. Sitzung am 12. Dezember 2018

Teil A zur Änderung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) mit Wirkung zum 1. Januar 2019

1. Aufnahme einer achten und neunten Bestimmung zum Abschnitt 30.4 EBM

8. Die Gebührenordnungspositionen 30440 kann abweichend von 1. nur von Fachärzten für Orthopädie und/oder Fachärzten für Orthopädie und Unfallchirurgie und/oder von Fachärzten für Physikalische und Rehabilitative Medizin berechnet werden.

9. Die Gebührenordnungsposition 30440 ist nur bei Patienten berechnungsfähig, die gemäß § 2 der Nr. 26 der Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie vertragsärztliche Versorgung des Gemeinsamen Bundesausschusses folgende Kriterien erfüllen:

  • bei denen der Fersenschmerz die gewohnte körperliche Aktivität über mindestens sechs Monate eingeschränkt hat und
  • während dieser Zeit unterschiedliche konservative Therapieansätze (pharmakologische und nicht-pharmakologische) einschließlich patientenzentrierter Maßnahmen (darunter mindestens Schonung, Dehnübungen und Einlagen) über einen ausreichenden Zeitraum ohne relevante Beschwerdebesserung angewandt wurden.
  • Die Einschränkung der körperlichen Aktivität über mindestens sechsMonate liegt vor, wenn im Zeitraum der letzten zwei Quartale unter Ausschluss des aktuellen Quartals wegen der Fasciitis plantaris (ICD-10-GM: M72.2) jeweils mindestens ein Arzt-Patienten-Kontakt gemäß 4.3.1der Allgemeinen Bestimmungen pro Quartal stattgefunden hat.

2. Aufnahme einer Leistung nach der Gebührenordnungsposition 30440 in den Abschnitt 30.4 EBM 30440 Extrakorporale Stoßwellentherapie beim Fersenschmerz bei Fasciitis plantarisentsprechend der Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (Nr. 26 Anlage I „Anerkannte Untersuchungs- oder Behandlungsmethoden“ der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung)